2. März - 14. April 2013

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Andrea Wickert-Gawaz   Muggardt 26   79379 Müllheim   Telefon 07631 - 179 33 11   Mail andrea[at]gawaz.de

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„Halbe Sachen“

Ausstellung im KunstPalais Badenweiler  2. März bis 14. April


Das Halbe ist das Ganze. Dieses Paradoxon scheint  zumindest in Badenweiler zu gelten, denn „Halbe Sachen“ ist der Titel der  diesjährigen  Ausstellung im  KunstPalais. Angedeutetes, bewusst Ungenaues, in der Schwebe Gelassenes zeigen die acht Künstler der Ateliergruppe in ihren Arbeiten.  Malerei, Bildhauerei, Zeichnung und Photographie umfasst die Ausstellung. Sie ist so etwas wie ein Gegenentwurf zum „Goldenen Kalb“ der Perfektion, des Strebens nach Sicherheit und Vollkommenheit.

Personen sind, etwa nur zur Hälfte sichtbar, in den großformatigen Bildern von Tina Pfeiffer, die andere Hälfte zerfließt, wird damit unfassbar. Durch diese Ungenauigkeit ist der Betrachter verführt, sich sein eigenes (ganzes) Bild zu erinnern oder auch  das „Miserable“ (Unperfekte) zu akzeptieren.

Jochen Böhnert schweißt und schmiedet. Er inszeniert in seinen Arbeiten ausrangierte Alltagsgegenstände neu. So sind die erzählenden Plastiken halb alt und „schon mal gesehen“, halb just erschaffen. Filigran und luftig wirken die  aus den einstigen Massenprodukten Komponierten. 

Ein humorvolles und suchendes „Hineinstolpern“ in seine gezeichneten

Fantasiegestrüppe provoziert Wolf Höss mit extrem feinem Tuschestift. Auf „Halbem Weg“ überlässt, der sonst so genau arbeitende Künstler, dem Betrachter das Bild zur Vollendung.

Ein Spiel mit den Ebenen vollführt Pia Bolduan-Schlenk . In ihrer pastosen Malerei, mit dichten und transparenten Zonen, bleibt stellenweise, getreu dem Thema, halb der Untergrund sichtbar. Daneben, wie in ungleichem Zwiegespräch, kleine, tänzelnde, meditativ anmutende „Formationen von Kleinstrukturen“ und dynamischen Wirbeln.

Die Schnittstelle zischen Malerei und Fotografie ist das „Halbe“ an  Uli Pfeiffers Arbeiten. Seine Bilder sind auf eine individuelle Weise „hand-werklich“, indem der Künstler die digital gewonnen Abbildungen in einem eigenen technischen Verfahren in  neuen Bezug setzt. So gelingt es ihm das Nicht Sichtbare bildhaft zu erzählen und Stimmungen visuell begreifbar zu machen.

Die poetischen Bilderzählungen von Friedemann Hergarten haben imaginativen Charakter.  Traumbildern gleich wirken sie immateriell.  Besonders die Arbeiten mit buntem Glas scheinen, durch das durchflutende Licht halb zwischen zwei Welten zu oszilieren.

Bei Gerlinde Dettling gehen Leinwandbilder mit vielen Lasurschichten, Kreidepigmenten oder Seidenpapierschicht überzogen, einen Dialog ein mit reinen Papierarbeiten. Ruhig und unbeschwert wirken die farbintensiven Bilder. Die einen sind die Inspiration für die anderen und umgekehrt.



Farbräume lässt Micaela Bauer  in ihren viel-Schichtigen Arbeiten, mittels der Farbperspektive entstehen. So geschieht es, dass optisch nach vorne kommt, was eigentlich in der Tiefe liegt und umgekehrt. Der Prozess in dem Komposition passiert ist für sie maßgebend. Die Künstlerin „lebt“ in ihrem Bild und „ent-liebt“ sich immer wieder von „schönen Stellen“.

Die „Poesie des Grausamen“ verfolgt Andrea Gawaz in  großformatigen Bildern von starker Farbigkeit. „Halbe Sachen“ zeigt sie zum Beispiel in einem Diptychon mit Schweinehälften und halb angeschnittener Frau im Schlachthaus. Die Magie des Bildes besteht dann darin, dass die geteilte Frau in all der kalten Atmosphäre ganz bei sich bleibt.