22. September - 31. Oktober 2012

DER WEITE BLICK


Wenn zwei Bewohner eines Markgräfler Dorfes Ähnliches tun, kann das Ergebnis mitunter sehr verschieden sein. Die in Muggardt lebenden Künstler Andrea Gawaz und Thomas Dobberkau zeigen Landschaften im Rathaus in Sulzburg. Die Aquarelle des einen sind reine Frei-Licht-Malerei „en plein air“,wie der französisch-stämmige Maler seine Liebesbekenntnisse an die Provence und andere Regionen nennt.

Die großformatigen Öl- und Acrylbilder von Andrea Gawaz entstehen im Atelier und machen die Landschaften sichtbar, die sie in sich tragen, so die Künstlerin. Die Themenausstellung mit dem Titel „Der Weite Blick“ ist ab 22. September 2012 im historischen Rathaus in Sulzburg zu sehen.

Sehr persönliche Reiseeindrücke aus sieben Ländern zeigen die Aquarelle von Thomas Dobberkau. Florida, Türkei, Griechenland, Frankreich, Mexiko, Polen und die Schweiz hat er malend in den letzten Jahren bereist.„Wenn ich mit Block, Farbkasten, Pinsel und Wassernapf in der Landschaft sitze, werde ich zu einem Teil davon,“ sagt der Freilichtmaler über seine Arbeit. Es sei ein wenig so, wie mit dem „Flow“, dem Begriff aus Amerika, der fast rauschhaftes Aufgehen und Vertiefen im Handeln beschreibe, so Thomas Dobberkau.

Raum- und Zeitvergessenheit im Fluss des Gestaltens erlebe der Künstler in den vom Tourismus weitgehend unberührten Gegenden. Der fließende kreative Prozess begegnete ihm auch besonders in den kontrastreichen Hochkulturen am Peloponnes, dem Anatolischen Hochland, ebenso in der Baja California, Mexico . Im Tessin waren es auch die übermächtigen Steinbrocken in den reißenden Bächen des Maggiatales, die den Maler faszinierten.

Dieses Jahr machte er sich, mit seinem gelben VW-Bus, für mehrere Wochen wieder ein Mal auf den Weg in den Süden Frankreichs,wo er immer wieder seine Lieblingslandschaften findet. Die „Causses“ hatten es ihm diesmal angetan. Hier entstanden Bilder einer kargen, steinigen Ebene, mit Hügelformationen, die zuweilen an die Mongolei erinnern. Der Betrachter meint den Ruf von Wachtel, Pirol und Nachtigall zu hören in Thomas Dobberkaus Aquarellen vom Sommer im Languedoc und anderswo.

Die groß angelegten Landschaften von Andrea Gawaz wachsenmit ihren zahlreichen Schichten förmlich aus der Leinwand heraus. „.. .Ich nehme mich und meine gezirkelten Vorstellungen im Malprozess gänzlich zurück“, sagt die Malerin zu ihrer Arbeitsweise, die meist intuitiv sei undSzenerien und Atmosphären im Bild konzentriere. Auf ihren Wanderungen durch die badische Wahlheimat sammelt die Malerin, Licht und Weite, Eindrücke von Wolkenspektakeln, Sommerglut manchmal auch Düsternis und Erhabenheit in der Natur. In ihrem Muggardter Atelier entstehen dann In großer Farbigkeit Landschaften mit überraschendem „Wiedererkennungswert“, vermengt mit Zitaten von inneren und äußeren Orten, an denen sie mit ihrer großen Familie schon gelebt hatte.

Die gestörte Idylle ist mit sehr viel Feinsinn immer wieder Thema. Sei es der Burger auf der Schloßmauer, die Colaflasche im Abendrot, oder einfach ein undefinierbares Band, das sich durch eine Landschaft zieht. Erst der zweite Blick offenbart so gelegentlich kleine, bewusste Brüche in der Anmut.

Ein Gedicht der Malerin ist auch diesmal wieder Teil der Ausstellung und steht für eben diese gestörte Idylle, so wie das Prozesshafte in ihren Bildern. „Malerei und Poesie sind für mich sehr ähnliche Gewerke“, so die Künstlerin. Bei beiden handele es sich um die poetische Verdichtung von Momenten.

landschaften im rathaus sulzburg

Ausstellungsdauer : 22.09. - 31.10.2012

Andrea Wickert-Gawaz   Muggardt 26   79379 Müllheim   Telefon 07631 - 179 33 11   Mail andrea[at]gawaz.de

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